Der Odenwlad erfreut sich nicht nur bei Mannheimer Kochkäsejägern zunehmender Beliebtheit. Auch Touristen aus aller Welt verbringen oft und gerne einen Kurzurlaub in unserem schönen südhessischen Mittelgebirge, das landschaftlich wie historisch einiges zu bieten hat. Bei ausgedehnten Spaziergängen in den Wäldern des Weschnitztales mit ihren sanft geschwungenen Hügeln, malerischen Auen mit plätschernden Wildbächen und der farbenfrohen Tier- und Pflanzenwelt hat schon so mancher Erholung vom Lärm der Großstadt gefunden.
Und im Gersprenztal kann man am Wochenende sogar einige wilde Ritter der FRO treffen, welche fluchend versuchen, sich auf einem Pferd zu halten und schreiend mit wedelnden Armen über einen Waldweg preschen. Ja, wir lernen gerade Reiten... Wer also Lust hat, ein wenig Ruhe und Entspannung zu finden, dem sei geraten, an einem Wochenende mal den Odenwald zu besuchen, und dann ist die Liebe zur Heimat, die uns nachgesagt wird auch ganz leicht nachzuvollziehen.
Die kleine Stadt Lindenfels ist besonders empfehlenswert, man nennt sie die Perle des Odenwaldes und dies sicher zurecht. Durch enge Gassen weht noch heute der Hauch der Geschichte, Fachwerkhäuser reihen sich da aneinander, und gepflasterte Wege führen den Besucher der am Berg gelegenen Kleinstadt an einem wunderschönen Kurpark vorbei zur malerischen Burgruine Lindenfels, Ort des alljährlichen beliebten Mittelalterspektakulums.
Lindenfels, urkundlich erstmals 1123 erwähnt, kam mit der Mark Heppenheim zum Kloster Lorsch. Die Geschichte der Stadt hängt eng mit dem Schicksal der Burg zusammen, auf der einer der Burgherren Konrad von Hohenstaufen war, der Bruder des von Sagen umwobenen Kaisers Barbarossa. Nach Verleihung der Stadtrechte wurde Lindenfels, das nahezu 600 Jahre zu Kurpfalz gehörte, verwaltungsmäßig und wirtschaftlich ein Mittelpunkt für die ganze Gegend. Zwar überstand die Burg alle Angriffe und Belagerungen, aber die kurfürstliche Verwaltung wollte schließlich die hohen Unterhaltungskosten sparen und verkaufte die mächtige Anlage, die bis ins 18. Jh. bewohnt war, auf Abbruch: Die einst so stolze Burg wurde ein Steinbruch. Erst als Lindenfels 1802 zu Hessen kam, endete diese unwürdige Entwicklung. Wehrtürme, alte Wehrgänge und große Teile der Burgmauern sind jedoch noch bestens erhalten und tauchen die Ruine so besonders an nebeligen Herbsttagen in eine mystische Atmosphäre, die den Besucher umhüllt und seine Phantasie anregt.
Nun, vielleicht konnten wir Euch unsere Heimat hiermit ein Stück näher bringen, besucht sie, wenn Ihr könnt. Schlierbach, ein Stadtteil von Lindenfels, wurde übrigens 1981 zum schönsten Dorf Deutschlands gekürt, es scheinen viele Menschen unsere Begeisterung zu teilen.
Viele Grüße von den Odenwäldern an den Rest der Welt.
Eure![]()